Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Lehnheim
Bereits im Mittelalter gab es Bestrebungen,
Vorschriften, Anordnungen und
andere Maßnahmen zur
Brandverhütung und Brandbekämpfung zu erlassen. Hier wurden auch die
Pflichten der Bürger bei Ausbruch eines Brandes geregelt. Man kann in diesen Fällen
schon von einer Pflichtfeuerwehr sprechen.
Zurückblickend können wir
feststellen, daß Feuersbrünste manchmal ganze Städte oder Stadtteile vernichtet haben. Zwei folgenschwere Ereignisse, der große Brand von Hamburg vom
5. bis 8. Mai 1842, bei welchem über 4000 Wohnhäuser und 3 Kirchen
zerstört wurden und über 100 Menschen den Tod fanden, sowie der
Theaterbrand in Karlsruhe am 27. Februar 1847, der 68 Menschen das Leben kostete,
brachten manche städtische und staatliche Behörde in Aufregung. Unter
den Bürgern entstand eine Bewegung mit dem Ziele, ausreichende
Löschhilfe zu schaffen. Aus dieser Bewegung bildeten sich die ersten
Freiwilligen Feuerwehren, die meist militärisch organisiert waren, und sich zunächst aus
Mitgliedern von Turnvereinen zusammensetzten. Auch bei uns in Lehnheim hat
es früher bereits eine Feuerwehr gegeben. Wir haben heute noch eine
historische Handspritze aus dem Jahre 1896. Leider gibt es aus dieser Zeit
keinerlei Aufzeichnungen, so daß wir heute den 11. August 1951 als den Tag der
Gründung unserer Freiwilligen Feuerwehr ansehen. An diesem Tag fand die
Gründungsversammlung unter der Leitung des Brandmeisters des ehemaligen
Pflichtfeuerwehr Ludwig Weiß im Saal des Gasthauses Schwing statt. Nach
eingehender Diskussion über die Vor- und Nachteile der Freiwilligen
Feuerwehr erklärten 40 Männer Ihren Beitritt. Als Brandmeister wurde Ludwig
Weiß, als sein Stellvertreter Lothar Ehleben gewählt. Der Lehrer Eduard Valentin
wurde zum Schriftführer, und Albert Müller zum Rechner gewählt. In den ersten Monaten war
man mit der Ausrüstung und der Einkleidung der Mitglieder beschäftigt. Die
Aufstellung der jungen Wehr war damals mit sehr hohen Kosten verbunden.
Neben den erheblichen Zuwendungen der Gemeinde, mußte jedes Mitglied einen
vorläufigen Beitrag von 20 Pfennig zahlen. Im November 1951 legte der
Brandmeister Ludwig Weiß sein Amt nieder, da er mit seiner Familie
wieder in seine Heimatstadt Gießen zurückkehrte, die er während des Krieges
verlassen mußte, und nach Lehnheim evakuiert wurde. Sein Stellvertreter
Lothar Ehleben wurde daraufhin zum Brandmeister gewählt.
Im Jahre 1952 war die Wehr
bereits auf 67 Mitglieder angewachsen. In der Hauptversammlung am 24. März
1952 wurde die Mustersatzung des Landkreises Alsfeld vorgelegt
und einstimmig angenommen. Wilhelm Eckhardt wurde in dieser Sitzung zum
Stellvertreter des Brandmeisters gewählt. Für die Summe von DM 5.322,50
wurde von der Gemeinde Lehnheim im Jahre 1952 eine Motorspritze TS
8/8, 300 lfd. Meter Schläuche und sonstiges Zubehör angeschafft und am 1.
September 1952 an die Feuerwehr übergeben. Für das darauffolgende Jahr
1953 beantragte die Feuerwehr bei der Gemeinde einen Karren für den
Transport der Motorspritze, 150 Meter B-Schläuche, sowie das Aufstellen eines
Schlauchturms zum trocknen der Schläuche. Der Bürgermeister versprach die
Berücksichtigung dieser Wünsche im Haushalt, und gab jedoch zu Bedenken,
daß bei der Finanzlage der Gemeinde nicht nicht alle Wünsche in einem
Jahr erfüllt werden können. Zusammen mit der Feuerwehr aus Atzenhain
wurde eine Waldbrandübung am Merlauer Teich durchgeführt. Außerdem mußte
die Wehr in diesem zu zwei Bränden ausrücken. Einmal brannte es
nach einem Blitzschlag am Köppel sowie bei einem Waldbrand im
Lehnheimer Gemeindewald. Auch in Lehnheim bestand wie
überall die Pflichtfeuerwehr weiter. Es wurden gemeinsame Übungen
abgehalten und gute Kontakte gepflegt. Für das unentschuldigte Fehlen bei
den Übungen wurde beim ersten Mal eine Verwarnung ausgesprochen, im
weiteren Fall mit einer Geldstrafe von 50 Pfennig bestraft. Im Lehnheimer Bergwerk
„Grube Otto“ war im Januar 1955 ein Wassereinbruch, bei der die Motorspritze 22
Stunden ununterbrochen im Betrieb war. Mit der Feuerwehr Atzenhain wurde
wieder eine gemeinsame Übung abgehalten. Bei einem Besuch des
Kreisbrandinspektors in Lehnheim wurde eine außerplanmäßige Übung abgehalten.
Für die Kameraden wurden noch weitere Dienstkleidung angeschafft
und auch die Löschwasserverhältnisse konnten verbessert werden. In der
Freiherr-vom-Stein-Straße war ein neuer Löschwasserteich angelegt worden,
und in der Kernstraße wurde der ehemalige Löschteich zu einer Zisterne
umgebaut. Durch diese Maßnahmen war die Wasserversorgung im
Ernstfall gesichert. Der Mitgliederstand stieg auf 78 Mitglieder. Auch die
Ausstattung konnte stetig verbessert werden. Im Jahre 1959 wurde ein
moderner und stabiler Schlauchtrockenturm errichtet. So mußten nun die nassen
Schläuche nicht mehr nach jeder Übung an Hecken und Zäunen
getrocknet werden.
In der Hauptversammlung am
13. Februar 1959 stellte Schriftführer Eduard Valentin sein Amt aus
gesundheitlichen Gründen zur Verfügung. Kurt Rohrbach wurde
daraufhin zum neuen Schriftführer gewählt. Zum 75-jährigen Jubiläum wurde
dem Gesangverein „Liederkranz“ eine Silberplakette überreicht. Im Jahre 1961 konnte unsere
Feuerwehr Ihr 10jähriges Bestehen feiern. In der Hauptversammlung am
25. Februar 1961 dankte man besonders Lothar Ehleben, der die Wehr
als Brandmeister nun fast die gesamte Zeit nach der Gründung mit Erfolg
geleitet hat. Der Stellvertreter des
Brandmeisters, Wilhelm Eckhardt, erklärte am 13. März 1964 aus
gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt. Helmut Erb wurde an seiner Stelle zum
neuen Stellvertreter gewählt. Der Verein war in diesem Jahr sehr rege
gewesen. Es wurden u. a. 8 Hauptübungen, eine Nachtübung sowie eine
Übung zusammen mit dem DRK Atzenhain durchgeführt.
Vom Jahre 1965 bis zum
Herbst 1971 wurden keine Aufzeichnungen gefunden. Es scheint, daß
außer den jährlichen Übungen und Hauptversammlungen keinerlei
Veränderungen und Einsätze stattgefunden haben. Am 5. November 1971 wurde
von der Gemeinde eine neue Motorspritze an die Feuerwehr übergeben.
Des Weiteren war eine neue ausfahrbare Leiter angeschafft worden, die die
alten Stehleitern ersetzen sollte. Bedingt durch den Ausbau der durch das
Dorf führenden Landstraße 3072, welche auch als Zubringer zur Autobahn
dient, mußte das alte Gerätehaus entfernt werden. Im Jahre 1970 kaufte die
Gemeinde von der Straßenbauverwaltung Gießen die Wirtschaftsgebäude des
ehemaligen Bauernhofs Geiß. Das alte Gebäude wurde in den Jahren
1970/1971 abgerissen und auf den Grundmauern ein neues modernes
Feuerwehrgerätehaus errichtet. In der Hauptversammlung am
18. März 1972 wurde Leopold Reinelt zum Stellvertreter des
Brandmeisters gewählt. Lothar Ehleben trat nach
über 20jähriger Tätigkeit als Brandmeister am 13. Januar 1972 sein Amt an
seinen Stellvertreter Leopold Reinelt ab und übernahm seinerseits den
Posten als Stellvertreter. Nach über 2-jähriger Verspätung erfolgte im
Rahmen der Gebietsreform die Auslieferung eines Tragkraftspritzenfahrzeugs
TSF. Am 11. Januar 1974 stellte
Schriftführer Kurt Rohrbach nach 15jähriger Tätigkeit in der
Hauptversammlung sein Amt zur Verfügung. Zu seinem Nachfolger wurde Wolfgang
Dörr gewählt. In diesem Jahr wurden 10 Übungen sowie eine Nachtübung
abgehalten. Die junge Gruppe der Wehr besuchte unter der Leitung von
Leopold Reinelt fünf Tage die Freiwillige Feuerwehr in Lanersbach im Zillertal. Um die
Ausbildungsmöglichkeiten zu verbessern, wurde im Jahre 1975 das Feuerwehrgerätehaus umgebaut
und ein noch im Rohbau befindlicher Nebenraum wurde zum Schulungsraum umgebaut.
Durch Spenden von Lehnheimer Bürgern war es der Wehr im
Jahre 1975 möglich eine Standarte anzuschaffen. Die Ausbildung der Aktiven
konnte durch Lehrgangsbesuche sehr verbessert werden.
Vom 10. bis 12. Juli 1976
feierte man unter der Schirmherrschaft von Landrat Ernst Türk das 25jährige
Bestehen. Die Reihe der Veranstaltungen begann am Samstag mit einer
Totenenehrung am am Ehrenmal. Am Abend fand im dichtbesetzten Festzelt ein
festlicher Kommersabend statt. Unter den vielen Gästen befand sich auch eine
Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr Tux/Lanersbach aus dem Zillertal in Tirol.
Nach den zahlreichen Ansprachen und Glückwünschen der Ehrengäste sowie
Ehrungen für 25jährige Mitgliedschaft wurde für 25jährige aktive Dienstzeit das
„silberne Brandschutzehrenzeichen an Gustav Becker, Lothar Ehleben, Wilfried
Geiß, Richard Grün, Willi Jüngel, Willi Stühler, Albert Müller, Erich Eckhardt,
Heinrich Spuck, Robert Seng und Leopold Reinelt verliehen. Sonntag früh wurde
eine Großübung mit den Nachbarwehren durchgeführt. Um 13 Uhr begann ein
langer Festzug durch die Straßen des Ortes. Neben den Nachbarwehren nahmen
alle Ortsvereine an diesem Festzug teil. Nach dem Festzug begrüßte die
Festdame Petra Mänchen die Gäste im Festzelt. Anschließend wurden im Festzelt
Grußbotschaften und Glückwünsche der anwesenden Vereine überbracht. Das Fest endete
am Montag mit dem traditionellen Frühschoppen. Bei den Neuwahlen in der
Hauptversammlung am 17. Januar 1977 übergab der bisherige Kassenführer Albert
Müller nach über 25jähriger Tätigkeit sein Amt an den neu gewählten Kameraden
Helmut Friedrich. Albert Müller wurde aufgrund seiner Verdienste für Freiwillige
Feuerwehr zum Ehrenmitglied ernannt. Aufgrund der gestiegenen Aktivenzahlen
wurden zwei Einsatzgruppen gebildet. Eine Jugendgruppe unter Leitung von Gottfried
Lemke und eine weitere Gruppe unter Leitung von Klaus Schönhals. Im Jahre 1977
wurden 18 Einsatzübungen durchgeführt. Großes Interesse fand auch ein
Informationsabend der Polizei Grünberg. 35 Kameraden hatten die Partnerwehr in
Lanersbach besucht und dort einen Vergleichswettkampf im nächsten Jahr vereinbart.
Die neu gegründete
Wettkampfgruppe nahm im Jahre 1978 zum ersten Mal an einem
Landesfeuerwehrleistungsbewerb in Österreich teil. In Stans/Tirol errang die Gruppe die
Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze und Silber. Weiterhin konnte man bei der Partnerwehr in
Lanersbach bei einem Leistungsvergleich anläßlich deren 80jährigen Bestehens
den 1. Platz belegen. Mit der Wettkampfgruppe wurden im Jahr 1978 72
Wettkampfübungen zusätzlich abgehalten. Weiterhin wurden die
Feuerwehrveranstaltungen der Großgemeinde Grünberg wie in jedem Jahr besucht. Ein
entscheidender Fortschritt war in diesem Jahr die Einführung einer Sirenensteuerung,
welche jetzt über Funk vom Stützpunkt Grünberg ausgelöst werden kann, sowie
die Ausstattung der Einsatzfahrzeuge mit einer Sprechfunkanlage. 1979 gab Leopold Reinelt
sein Amt als Wehrführer ab. Gottfried Lemke wurde am 13. Januar 1979 zum
Wehrführer gewählt. Leopold Reinelt blieb weiterhin 1. Vorsitzender. Im Jahre 1980 konnte man den
bis dahin größten Erfolg der Wettkampfgruppe verbuchen. Man hatte sich für die
Bundesausscheidungswettkämpfe in Hannover Qualifiziert, wo man eine
Bronzemedaille erringen konnte. Durch zahlreiche Lehrgangs- und Übungsteilnahmen konnten
auch wieder einige Beförderungen von Wehrführer Lemke
ausgesprochen werden.
Die Wettkampfgruppe mit ca.
15 aktiven Kameraden hatte sich nun endgültig etabliert und war, wie von
offizieller Seite genannt, das „Aushängeschild“ der Feuerwehr Lehnheim weit über
Hessens Grenzen hinaus. Durch viele Wettkämpfe im In- und Ausland gewann
man viele gleichgesinnte Freunde. Außerdem festigte diese Tätigkeit die
Kenntnisse und Fertigkeiten mit dem feuerwehrtechnischen Gerät. Im Mai 1981 mußte man zum
einzigen Einsatz nach Stangenrod, dort brannte eine Scheune. In der
Hauptversammlung vom 30. Januar 1982 legte der Schriftführer Wolfgang Dörr sein Amt aus
zeitlichen Gründen nieder. Thomas Kober wurde daraufhin zum neuen Schriftführer
gewählt. Am 7. Februar 1982 wählten
die aktiven Feuerwehrkameraden Herbert Spuck zum stellvertretenden
Wehrführer. Anschließend wurde noch eine dritte Einsatzgruppe gegründet. Mit der
Jugend wurden 1982 30 Übungs- und Schulungsabende abgehalten sowie mehrere
Kino- uns Schwimmbadbesuche organisiert. Eine Nachtübung wurde zusammen
mit den Kameraden aus Stangenrod durchgeführt. Am 31. März 1983 war es dann
soweit. Durch die vorhergegangenen Übungen und ein Zeltlager am
Gederner See hatten eine große Anzahl von Jungen und Mädchen Ihr Interesse für die
Jugendfeuerwehr gezeigt, so daß man die 3. Jugendfeuerwehr der Großgemeinde
in Lehnheim offiziell gründen konnte. Jugendleiter wurde Joachim Friedrich. Der
einzige Ernstfall war in 1983 ein Oelofenbrand in der Ostanlage. Bei diesem
Einsatz zeigte sich einmal mehr, daß die Aktiven der Wehr Dank Ihrer Ausbildung und
Ausstattung schnell zur Stelle sein konnten. 1984 wurde man fünfmal zu
Einsätzen alarmiert. Zwei Hochwassereinsätze in Gießen, Flächenbrände am Steinbruch
und Hitzköppel, sowie ein Sturmschaden am Dach eines Hauses der
Westanlage. Mittlerweile hat sich das Sonnenwendfeuer, welches von der Freiwilligen
Feuerwehr jährlich im Juni veranstaltet wird, fest im kulturellen
Veranstaltungskalender etabliert. Das weithin sichtbare große Feuer lock immer wieder viele
Einwohner Lehnheims an. Die Wettkampfgruppe konnte Ihren ersten internationalen
Erfolg in Haag/Niederösterreich vorweisen. Man Erreichte den 1. Und 3.
Platz und konnte das Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze und Silber mit nach
Hause nehmen. Bei diesem Wettkampf, der mit einem Mehrtagesausflug nach
Österreich verbunden war, wurde man der Freiwilligen Feuerwehr Ennsdorf als Gast
zugeteilt. Hier wurde man festlich empfangen und bestens bewirtet. Man
unternahm gemeinsame Ausflüge und besichtigte das Feuerwehrmuseum St. Florian. Bei
der Jugendfeuerwehr beteiligten sich derzeit 17 Jugendliche an den
Übungen. Auch wurde an Wettkämpfen mit Erfolg teilgenommen. In der Hauptversammlung am
12. Januar 1985 erklärten die beiden Vorsitzenden Leopold Reinelt und Lothar
Ehleben Ihren Rücktritt aus gesundheitlichen und zeitlichen Gründen. Die vom
Vorstand vorgeschlagene Regelung, daß Wehrführer Gottfried Lemke das Amt des
1. Vorsitzenden und Leopold Reinelt das des 2. Vorsitzenden kommissarisch bis
zur nächsten ordentlichen Vorstandswahl übernehmen, wurde von der Versammlung
entsprochen. Leopold Reinelt hatte das Amt des 1.Vorsitzenden seit 1973
inne. Ihm gebührt für die geleistete Arbeit, in der auch die Jugendarbeit Fuß faßte, Dank
und Anerkennung. Mit Lothar Ehleben schied ein verdientes Gründungsmitglied
nach 34jähriger aktiver Dienstzeit aus. Unter seiner Führung wurden die
Grundsteine des Vereins durch Anschaffungen und Neubauten gesetzt. Er wurde von der
Versammlung zum Ehrenmitglied ernannt. Am 26. Oktober 1985 wurde man zu einem
Garagenbrand gerufen. Der alljährliche Kameradschaftsabend der Großgemeinde
Grünberg fand im März in Stangenrod statt. Hierzu hatte man die Ausrichtung und
Organisation übernommen. Durch Vorträge und Darbietungen von Aktiven aus beiden Orten
wurde ein gelungener Abend. In 1985 erreichte man, wiederum in
Österreich mit der Wettkampfgruppe die bisher schnellste Angriffszeit und konnte als
beste deutsche Gruppe das Feuerwehrleistungsabzeichen in Silber erringen.
Die Jugendfeuerwehr war auf 20 Aktive angewachsen. Der einzige Einsatz in 1985
war ein Garagenbrand in der Schustergasse. Ausgegangen war das Feuer von einem
Ofen, der in der angrenzenden Scheune als „Heizung“ betrieben wurde. 1986 wurde man zu einem
Brand gerufen, der die Lehnheimer Bürger sehr betroffen machte. Die in Eigenleistung
entstandene Schutzhütte am „Wilden Haus“ war durch Brandstiftung zerstört
worden. Eine sehr interessante Sache war der Besuch der Aktiven bei der
Berufsfeuerwehr Frankfurt und die anschließende Besichtigung des Frankfurter Flughafens. Die
Jugendfeuerwehr konnte mit einem 1. Platz bei den Kreiswettkampf in
Heuchelheim des bisher größten Erfolg feiern und nahm anschließend am Landesentscheid teil und
erreichte einen hervorragenden 14. Platz. Bei den Neuwahlen in der
Hauptversammlung am 24. Januar 1987 wurden bis auf den 2. Vorsitzenden, den
Werner Kühn von Leopold Reinelt übernahm, alle Kameraden in Ihren Ämtern bestätigt.
Der Ortsvorsteher dankte besonders der Jugendfeuerwehr für Ihre
aktive Tätigkeit beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“.
Leopold Reinelt wurde nach über 15jähriger Vorstandsarbeit zum Ehrenmitglied
ernannt. Zum 31.12.1987 hatte der Verein 169 Mitglieder. Aufgrund des 10jährigen
Bestehens der Wettkampfgruppe veranstaltete die Wehr im September 1988 im
Rahmen der Kirmes erstmalig einen Pokalwettkampf mit über 20 Gruppen
aus dem gesamten Bundesgebiet. 1989 wurde der Schulungsraum
im Feuerwehrgerätehaus, wiederum in Eigenleistung neu gestaltet und
renoviert.
Im Jahre 1990 ging ein
langersehnter Wunsch der Lehnheim Wehr in Erfüllung. Nachdem im Frühjahr 1990 die
ersten 4 Kameraden den Atemschutzlehrgang bestanden hatten, erhielt
man im Juli 1990 4 komplette Atemschutzausrüstungen. In Eigenleistung wurde das
Einsatzfahrzeug umgebaut, damit diese Atemschutzgeräte einen Platz im
Einsatzfahrzeug TSF finden konnten. Eine Busfahrt nach Österreich aller
interessierter Mitbürger Lehnheims war ein weiterer Höhepunkt der Feuerwehrveranstaltungen
in 1990. Der Mitgliederstand war zum 31.12.1990 auf 176 Mitglieder
angewachsen.
Das 40jährige Jubiläum
feierte man im Mai 1991 mit einem großen Fest. Begonnen wurden die Feierlichkeiten
am 18. Mai 1991 mit einem Kommersabend im DGH. Vom 24. bis 27. Mai 1991
feierte man mit einem Diskoabend, Tanzabend, Festzug und am Montag mit einem
Frühschoppen. Am Wettkampf nahmen 53 Mannschaften aus Deutschland und dem
umliegenden Ausland teil. 35 Feuerwehren und die Ortsvereine aus Lehnheim und
Stangenrod nahmen am Festzug teil. Vom 12. bis 14.April 1991 unternahm man
eine Ausflugsfahrt nach Berlin. Bei den hessischen Ausscheidungswettkämpfen in
Grünberg konnte man sich mit einem 7. Platz für die Bundesausscheidungen 1992 in
Olpe qualifizieren. Die Jugendfeuerwehr belegte beim Grünberger Stadtpokal den 1.
Platz und beim Kreisentscheid den 3. Platz. In der Hauptversammlung am
28.01.92 legte der bisherige Rechner Helmut Friedrich aus gesundheitlichen Gründen
sein Amt nieder. Peter Hopp wurde als sein Nachfolger gewählt. Zum
stellvertretenden Gerätewart wurde Heiko Loetz gewählt. Michael Chodura wurde zum
stellvertretenden Schriftführer gewählt. In der Versammlung der
Einsatzabteilung am 17.01.1992 legte Gottfried Lemke nach über 13jähriger
Amtszeit sein Am als Wehrführer nieder. Roger Friedrich wurde zu seinem
Nachfolger gewählt. Auch der langjährige Jugendwart Joachim Friedrich stellte sein
Amt zur Verfügung. Zum neuen Jugendwart wurde Heiko Loetz gewählt, Auch im Jahre
1992 war die Jugendfeuerwehr sehr erfolgreich. Beim Grünberger Stadtpokal
belegte man zum 3. Mal hintereinander den 1. Platz und konnte somit den Wanderpokal
behalten. Im Mai konnte man das 10jährige Jugendfeuer Jubiläum feiern.
Man veranstaltete einen Jugendfeuerwehrwettkampf mit 22 Gruppen. Die
Lehnheimer nahmen an diesem Wettkampf selbst teil, und erreichten den 2. Platz. Am
04. September 1992 wurde das neue Einsatzfahrzeug TSF-W
(Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser) offiziell in Michelstadt übernommen. Den Lehnheimer Bürgern wurde
es am 10. Oktober 1992 in einer Großübung mit mehreren Wehren
vorgestellt. Am 5. Dezember 1992 übergab man das alte TSF nach 19
Dienstjahren an die Freiwillige Feuerwehr Kaltenlengsfeld in Thüringen. In 1993 nahm man mit 2
Gruppen wieder an den Landesfeuerwehrleistungsbewerben in Kufstein/Tirol teil. Hier
wurde die 1. Gruppe als beste deutsche Gruppe ausgezeichnet. Zum
einzigen Ernstfall wurde man im Herbst zu einem Wassereinbruch in einem
Keller gerufen. Im Oktober besuchte man mit einigen aktiven Kameraden die
Freiwillige Feuerwehr Kaltenlengsfeld, die 1992 das alte Lehnheimer Einsatzfahrzeug
übernommen hatten. Der Verein Freiwillige
Feuerwehr wurde 1994 als „e.V.“ in das Vereinsregister beim Amtsgericht Gießen
eingetragen. Außer einem „blinden“ Alarm mußte man zu einem Öleinsatz
ausrücken. Da Marco Ziska während der Versammlung der Einsatzabteilung am 30.12.94
sein Amt niederlegte, wurde Sven Walther zum neuen stellvertretenden
Jugendwart gewählt. Zum einzigen Einsatz mußte
man 1995 zu einem Stoppelackerbrand ausrücken. Die Jugendfeuerwehr gewann
1996 den Kreisentscheid und qualifizierte sich dadurch für den
Landesentscheid in Homberg/Efze. Hier errang man den 26. Platz. Der Stadtpokal
wurde in diesem Jahr zum 6. Mal in Folge von der Lehnheimer
Jugendfeuerwehr gewonnen. Zum einzigen Ernstfall in diesem Jahr wurde man zu
einem Waldbrand gerufen. In der Versammlung der
Einsatzabteilung am 03.01.1997 wurde Michael Chodura zum neuen stellvertretenden
Jugendwart gewählt. Ebenfalls neu gewählt wurden an diesem Abend Thorsten
Theiß zum Gerätewart und Jens Horst zu seinem Stellvertreter. Bei den
Neuwahlen des Vereins am 18.01.1997 wurden alle Kameraden in Ihren Ämtern
bestätigt. Wolfgang Hessler wurde neu als stellvertretender Rechner
gewählt. Helmut Friedrich wurde aufgrund seiner langjährigen aktiven
Tätigkeit im Vorstand sowie als aktives Mitglied zum Ehrenmitglied
ernannt. Am 17. Mai 1997 wurde der 3. Lehnheimer
Pokalwettkampf ausgerichtet. Im Oktober wurde der neue
Mannschaftstransportwagen, den man in Eigenleistung angeschafft und nach den
Feuerwehrrichtlinien zum Einsatzfahrzeug umgerüstet hatte, offiziell an die Wehr übergeben. Die
Kosten für Anschaffung und Umbau lagen hier bei ca. DM 15.000,-. Zu
Einsätzen mußte man 5 mal ausrücken. Hier handelte es sich neben 3 Bränden um eine
Personensuche sowie eine Ölspur. Zum 31.12.1997 hatte der Verein 183
Mitglieder.
Der Jahresbeitrag wurde in
der Hauptversammlung am 17. Januar 1998 von DM 10,- auf DM 15,-
angehoben. In den Jahren 1998 und 1999 wurde das Feuerwehrhaus In Eigenleistung innen
renoviert und umgebaut. So wurde die alte Holztreppe entfernt, eine Trennwand zum
Schulungsraum eingezogen und neue Toiletten gebaut. Die alten Holztore wurden
durch moderne Rolltore ersetzt. Die Außenfassade des
Gerätehauses wurde im Jahre 2000 renoviert. Die B-Gruppe nahm wieder erfolgreich an
etlichen Pokalwettkämpfen teil. So konnte in Steinau-Marjoß der 1. Platz errungen
werden. Bei der Bundesausscheidung am 23.Juni 2000 in Augsburg konnte man den
8. Platz erreichen.
Die Freiwillige Feuerwehr
bereitet sich in 2001 auf Ihr 50jähriges Jubiläum vor. Die Vorbereitungsphase wird
von großem Arbeitsaufwand geprägt sein, welches aber durch die tatkräftige
Mithilfe der Lehnheimer Mitbürger sowie der anderen Lehnheimer Vereine
gemeistert werden kann und das Fest mit Sicherheit zu einem Höhepunkt in der
Vereinsgeschichte werden läßt.
Auch in Zukunft werden wir
alle auf die selbstlose Hilfsbereitschaft und Verläßlichkeit der Lehnheimer
Feuerwehrmänner zählen können, gemäß dem Wahlspruch:
„Gott zur Ehr, dem Nächsten
zur Wehr“.
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